WARUM ICH ZUM ERSTEN MAL DIE GRÜNEN WÄHLEN WERDE

Weil wir unser Land vor der braungefärbten geistigen Sauce der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und den sie unterstützenden intellektuellen Wegbereitern und Geldgebern dieser Konservativen Revolution 2.0 schützen wollen. Gegenüber der dahinter stehenden  Finanzindustrie ist die Politik scheinbar ohne Macht!

Die Macher:innen der Konservativen Revolution 2.0 schrecken vor nichts zurück. Sie mobilisieren gegen die kulturellen Errungenschaften der 1968er Jahre. Sie stellen sich gegen die vom Mief der Adenauer-Globke-Strauß-Ära befreite nächste Generation. Einer Generation, von der wir hoffen, dass sie endlich Ernst macht mit der Umkehr in der Klimakrise.

Angesichts einer (nach den Umfragen) möglichen drohenden Bundeskanzlerin Annalena Baerbock ist das Motto dieser Kulturpessimisten:  Sammelt euch. Kehrt um, so lange noch Zeit bleibt! Zurück zur Herrschaft des alten Kapitals der 80er Jahre, zurück in die den Besitzstand sichernde Herrschaft der dort verankerten führenden starken weißen Männer. Zurück in die gute alte Zeit der BRD vor der Deutschen Revolution 1989. Zurück ins Karbon-Zeitalter.

Die Beschwörung: Rette uns, wer kann, vor der Umorientierung der staatlichen und gesellschaftlichen Kräfte in Deutschland. Einigt euch ihr bürgerlichen Organisationen. Es geht euren Aktiendepots und dem Anlagekapital des wachsenden militärisch-industriellen Komplexes an den Kragen. Eine schmerzhafte Neubewertung steht ins Haus wegen der von den Grünen geplanten Umsteuerung der bisherigen gesellschaftlichen Werte. Das ist das Menetekel, das an die Wand gemalt ist.

Plötzlich taucht das Bild des Kulturpessimismus der Weimarer Epoche wieder auf, mit seinen Wurzeln im Nationalismus des 19.Jahrhunderts. Die Konstruktionshallen (=Gedankengebäude) der nationalsozialistischen Philosophie beschreibt Karl Löwith vorzüglich. Dort finden sich Definitionen für nordisches und vorderasiatisches Schicksal und man wird orientiert über die abendländische Geistesgeschichte in ihrem Kampf mit dem vorderasiatischen (jüdisch-christlichen) Gift.

Im Bild der Gesetzestafeln des Moses, die Baerbock in den Armen hält, wird genau dieser Untergang des Abendlandes signalisiert. Widerlich! Antisemitisch und völkisch! Das ist die Angsbotschaft von Neoliberalismus und Postdemokratie. Wer steckt hinter der INSM ? 

Diesen neoliberalen Denkern, die um ihren Einfluss bangen, kommt  das Schreckgespenst gerade recht: die liberale selbstbewusste Frau. Sie – diese Frau – gilt es abzuwehren – auch um den Preis des Präfaschismus. Der Faschismus wartet vor den Toren des Europäischen Gerichtshofes auf Einlass, in Ungarn, Polen und mit der möglichen Wahl Marine Le Pens zur  Präsidentin nächstes Jahr auch in Frankreich!

 

Autor: Michael Bouteiller

1943, Richter am Verwaltungsgericht Minden, Gründung IBZ Friedenshaus (Internationales Begegnungszentrum) Bielefeld, Aufbau und Leitung Wasserschutzamt Bielefeld, Bürgermeister a.D. Lübeck, Rechtsanwalt