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Cuba nehmen. Ich meine, ob ich es befreie oder nehme. Ich glaube, ich kann damit machen, was ich will.

Cuba nehmen. Ich meine, ob ich es befreie oder nehme. Ich glaube, ich kann damit machen, was immer ich will.“ – das hat Trump heute gesagt.

Diese Sprache ist keine bloße Provokation, sie folgt der Logik von Vergewaltigung und Versklavung: „Ich nehme es.“ „Ich kann damit machen, was ich will.“ Das ist die Sprache der Herrschaft, des Anspruchs auf totale Verfügung – über Körper, über Länder, über ganze Völker.

„Herrschaft“ bedeutet Macht über andere, nicht Verantwortung für sie. Ich nehme es, ich kann damit machen, was ich will: das ist der Kern autoritärer, kolonialer, patriarchaler Gewalt. So sprach Epstein über Körper. So spricht Trump jetzt über Nationen. Dieselbe Logik, nur auf größerer Bühne.

Heute richtet sich diese Obszönität nicht nur gegen einzelne Körper, sondern gegen Staaten, Kontinente, die Zukunft ganzer Gesellschaften. Schritt für Schritt, Tag für Tag verschiebt sich die Grenze des Sag- und Machbaren: Ein Körper. Dein Land. Jenes Land. Dieser Kontinent. Eine Welt.

Zu sagen: „Ich habe Herrschaft über dich“ ist schon ein Akt der Vernichtung. Es löscht die Vorstellung aus, dass Menschen freie Bürgerinnen und Bürger sind – und macht sie zu Objekten im Besitz der Mächtigen.

Wir leben in einer Zeit von Attentaten, Kriegen, Eroberungsphantasien. Hass, Verrohung, die Rückkehr alter Dämonen: Imperialismus, Faschismus, Herrenmenschen‑Denken. Unsere Gesellschaften und ihre Zukünfte werden zu Körpern, in die sich diese Dämonen einnisten.

Herrschaft in diesem Sinn ist immer Besitzanspruch – und Besitzwahn. Und wir selbst werden von ihm besessen. Fühlt es sich noch an, als gehöre dir deine Gesellschaft? Deine Zukunft? Schritt für Schritt, Nacht für Nacht, wird uns dieses Gefühl genommen.

„Ich nehme es. Ich kann damit machen, was ich will.“

Solche Worte sollten uns bis ins Mark erschüttern. Sie erzählen uns, wie Zivilisationen zerfallen: Sie werden zu Spielzeug in den Händen von Männern, deren einziger Hunger Eroberung ist – und Eroberung ist Tod, weil sie Vernichtung ist.

Lasst uns diesen Bann brechen und diesen Fluch aufheben. Die Zeit wird knapp. Die politische Version des Teufels glaubt nur an eines: Herrschaft.

Umair Haque, The Issue, 18.3.2026

Von Michael Bouteiller

1943,
Wiss.Assistent Universität Bielefeld,
Richter am Verwaltungsgericht Minden,
Gründung IBZ Friedenshaus (Internationales Begegnungszentrum) Bielefeld,
Aufbau und Leitung Wasserschutzamt Bielefeld,
Bürgermeister a.D. Lübeck,
Rechtsanwalt bis April 2024,
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